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Heilerde bei Magenproblemen: Wirkung & Anwendung

 

Ein Mann steht im Wohnzimmer und hält sich mit schmerzverzerrtem Gesicht den Bauch.

© anatoliycherkas AdobeStock 853081677

Heilerde ist ein vielseitiges Arzneimittel. Das feine Mineralpulver hat eine pufferartige Oberfläche, die verschiedene Stoffe binden kann. Im Verdauungstrakt ist Heilerde so zum Beispiel in der Lage, überschüssige Magensäure aufzunehmen. In der integrativen Medizin kommt Heilerde daher auch bei Sodbrennen und säurebedingten Magenbeschwerden zum Einsatz. 

Wirkung von Heilerde im Magen

Heilerde kann je nach Produkt aus Löss, Tonerden oder anderen natürlichen Mineralgemischen bestehen. Nach Reinigung und Trocknung wird das Material abhängig vom Anwendungsgebiet unterschiedlich fein gemahlen: etwas gröber für den äußerlichen Gebrauch auf der Haut und besonders fein bei innerer Anwendung.

Für den Einsatz von Heilerde im Magen ist der geringe Feinheitsgrad wichtig, da viele kleine Teilchen mehr Oberfläche besitzen. Die wiederum ermöglicht, dass Flüssigkeit und gelöste Stoffe besser gebunden werden. 

Bei Magenbeschwerden ähnelt das Wirkprinzip von Heilerde also einem feinporigen Schwamm. Das Pulver nimmt über seine große Oberfläche Magensäure, Gallensäure und Stoffe aus der Nahrung auf und wird anschließend im Darm ausgeschieden. Im Unterschied zu Protonenpumpenhemmern wie Omeprazol oder Pantoprazol verringert Heilerde somit nicht die Produktion der Magensäure. Sie bindet lediglich Stoffe, die schon im Verdauungstrakt vorhanden sind.

Heilerde gegen Refluxbeschwerden & Sodbrennen 

Sodbrennen entsteht meist durch einen Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre. Zu den typischen Symptomen gehören ein Brennen hinter dem Brustbein, saures Aufstoßen, Druck im Oberbauch oder Übelkeit. 

Heilerde eignet sich für den Einsatz bei Sodbrennen gerade dann, wenn das Beschwerdebild leicht ausfällt oder Sodbrennen nur gelegentlich, zum Beispiel nach besonders säurehaltiger oder schwerer Kost, auftritt. Einige freiverkäufliche Produkte sind dabei ausdrücklich für Sodbrennen oder säurebedingte Magenbeschwerden vorgesehen. 

Allerdings kann Heilerde auch hier lediglich dabei unterstützen, säurebedingte Beschwerden zu lindern. Die Ursachenklärung für das Auftreten der Symptome bleibt dabei unberührt. Gerade bei anhaltenden Beschwerden müssen Rückfluss und mögliche Schleimhautschäden an der Speiseröhre daher ärztlich abgeklärt werden, um eine geeignete Therapie einzuleiten.

Heilerde bei Reizmagen

Medizinisch wird Reizmagen als funktionelle Dyspepsie bezeichnet. Gemeint sind hiermit chronische oder wiederkehrende Oberbauchbeschwerden, für die es keine organische Ursache gibt.

Die Einflussfaktoren können verschiedener Natur sein. Darunter fallen eine gestörte Bewegung des Magens, anhaltender Stress oder vorangegangene Infektionen, die zu empfindlichen Magennerven mit erhöhter Schmerzwahrnehmung führten.

Typische Beschwerden bei Reizmagen sind Sodbrennen, Aufstoßen, Völlegefühl und Magenschmerzen. Heilerde kann insofern auch bei Reizmagen genutzt werden, um Säuren und weitere Bestandteile im Magen-Darm-Trakt zu binden. Die wissenschaftliche Datenlage bleibt jedoch überschaubar.

Bei einem Reizmagen ist vielmehr auf leicht verdauliche Speisen, langsames Kauen und mehrere kleinere Mahlzeiten zu achten, um den Magen zu entlasten. Ebenfalls werden regelmäßige Bewegung und Stressabbau empfohlen. Ein Beschwerdetagebuch kann außerdem aufzeigen, welche Speisen oder Situationen die Magenbelastung verursachen.

Heilerde bei Gastritis nur bedingt wirksam

Eine Gastritis geht mit einer entzündeten Magenschleimhaut einher. Sie kann Magenschmerzen, Übelkeit und Sodbrennen auslösen. Heilerde kann auch hier zwar Säure binden und dadurch einzelne Symptome abmildern. Die Entzündung und ihre Ursache bleiben dabei aber unbehandelt. 

Denn je nach Art der Gastritis können eine Infektion mit Helicobacter pylori, die Dauereinnahme von entzündungshemmenden Schmerzmitteln oder sogar eine Autoimmunerkrankung für die Magenschleimhautreizung verantwortlich sein. Die Behandlung richtet sich dabei stets nach dem ärztlichen Befund. So ist im Falle von Helicobacter pylori meist eine Kombination aus Antibiotika und einem Säurehemmer erforderlich. 

Zur Behandlung einer Gastritis mit Heilerde ist die Datenlage noch nicht ausreichend. Heilerde kann höchstens eine unterstützende Funktion einnehmen.

Nebenwirkungen & Gegenanzeigen von Heilerde

Vorteilhaft ist, dass Heilerde als Arzneimittel keine schwerwiegenden Nebenwirkungen mitbringt und meist gut vertragen wird. Einen Nachteil kann ihre besondere Bindungsfähigkeit trotzdem haben. Denn das feine Pulver hält auch Arzneistoffe fest. Wer Medikamente einnehmen muss, sollte somit auf einen Abstand von ein bis zwei Stunden achten. Denn sonst nimmt der Körper möglicherweise weniger Wirkstoff auf.

Selten macht sich bei der Einnahme von Heilerde außerdem ein Druck im Oberbauch bemerkbar. Ein mögliches Risiko ist ferner Verstopfung. Mit einer ausreichenden Trinkmenge sollte dieser daher vorgebeugt werden. 

Bei Darmverschluss oder Nierenfunktionsstörungen darf das Präparat jedoch nicht eingenommen werden. Auch für Kinder, Schwangere und Stillende gibt es je nach Produkt Unterschiede, die es zu beachten gilt und möglichst ärztlich abgeklärt werden sollten.

Ob Heilerde zu Ihren Beschwerden und Medikamenten passt, lässt sich am besten persönlich klären. Fragen Sie uns gern in der Apotheke. Gemeinsam schauen wir auf die richtige Anwendung.

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